OutfitStory: Die Abenteurerin

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Der Wecker läutet. Es ist 07:00 Uhr. Eine Zeit, zu der sie zuhause normalerweise noch länger tief im Schlummerland weilt und kein nervendes Läuten des Weckers hören muss. Kurz bevor sie auf die Schlummertaste drücken will, um sich wieder in die weiche Decke des Hotels kuscheln zu können, fällt ihr ein, wo sie gerade ist und warum sie sich den Wecker so früh gestellt hat. Sie befindet sich in einem Hotelzimmer in Hamburg. Es war wieder einmal eine für sie so typische Aktion. Gestern Abend war sie hier her geflogen und morgen Früh geht es auch schon wieder zurück nach Hause. Heute muss sie also jede Sekunde ausnützen, möglichst viel von dieser so schönen Stadt in sich aufsaugen und eben nicht bis Mittag schlafen. Ein Kribbeln, so eine positive Aufregung, durchfährt sie. Mit einem Lächeln schiebt sie die Decke weg und setzt sich auf. Sie freut sich auf den Tag. Zuallererst geht’s aber ins Bad, um wacher zu werden. Zurück im Zimmer zieht sie die Kleidungsstücke an, die sie sich für diesen kurzen Trip ausgesucht hatte. Ihr Outfit ist praktisch und perfekt für den Citywalk. Trotzdem war es ihr aber wichtig einzupacken, was nicht nur praktisch ist, sondern auch worin sie sich wohlfühlt. Ein letzter Blick in den Spiegel und los geht’s.

Sie verlässt das Hotel und spürt sofort die frische Seeluft in ihrem Gesicht. Hamburg ist nun einmal im Norden und noch dazu am Meer. Von der Kälte unberührt, begibt sie sich auf die Suche nach einem Coffeeshop. Denn auch wenn sie nicht viel Zeit hat, auf Kaffee kann und will sie nie und nimmer verzichten. Da fällt ihr ein kleines, einladendes Café auf. Sie findet gleich einen freien Tisch direkt am  Fenster mit Ausblick auf die belebte Straße. Aufgrund der heißen Kaffeetasse, die sie in ihren Händen hält und an der sie sich wärmt,  beschließt sie jetzt doch ihre Jacke (1) auszuziehen. Der weiche Stoff zwischen ihren Fingern fühlt sich gut an. Sie hängt die Jacke über die Sessellehne und lässt ihren Blick durch das Lokal schweifen. Nach ein paar Minuten des Beobachtens greift sie wieder zu ihrer Jacke und macht sich weiter auf den Weg in die Altstadt. Sie schlendert durch die Gassen und bewundert schließlich das sehr bekannte Chilehaus. Schnell googlet sie Hintergrundinfos dazu und lässt den Anblick und die Umgebung auf sich wirken.

Weiter geht es zum Hafen, wo sie sich gleich mal eines dieser für Hamburg typischen Fischbrötchen kauft. Sie stellt sich zu einem Tisch dazu, wo bereits ein paar Kunststudenten stehen, wie sie später erfährt. „Hey, cooler Pullover (2) , den du da hast!“, sagt eines der Mädchen, das ebenfalls an diesem Tisch steht. Sofort kommen die beiden ins Gespräch und die Gruppe beschließt die „Ein-Tages-Touristin“ durch Hamburg zu führen und ihr ihre speziellen Hotspots zu zeigen. Dank der Studenten lernt sie nun nicht nur die üblichen touristischen Orte in der Altstadt, sondern auch das echte, das moderne Hamburg kennen. Im Laufe des Nachmittags entdeckt sie auch ein paar Kleinigkeiten, die sie ihrer Familie und ihren Freunden mitbringen will, damit die ihr auch wirklich glauben, dass sie mal eben kurz in Hamburg gewesen ist. Sorgfältig packt sie die Mitbringsel in ihren Rucksack (4) und verschließt ihn gut. Sie will unbedingt noch die berühmte Speicherstadt besuchen, auch wenn diese mittlerweile doch sehr touristisch geworden ist.  Los geht’s also in die abends so schön beleuchtete Speicherstadt. Als sie jedoch schließlich alle der Hunger packt, machen sie sich auf zu einer Kneipe. Gierig stürzen sie sich auf die bestellten Burger. Etwas zu gierig vielleicht, da prompt Ketchup auf ihrer Hose (3) landet.

Drei Bier, intensive Gespräche und einige Lachkrämpfe später, stolpert die Gruppe aus dem Lokal. Es werden Handynummern ausgetauscht und man verspricht, sich bald einmal zu melden. Sie macht sich auf den Weg zurück zum Hotel und freut sich, ihre Schuhe (5), die sie gut durch den Tag gebracht haben, nach rund 17 Stunden endlich auszuziehen. Mit tausend sich in ihrem Kopf angesammelten Eindrücken wirft sie sich erschöpft aufs Bett. Unweigerlich zeichnet sich ein zufriedenes Lächeln auf ihrem Gesicht ab. So spontan und kurz dieser Trip auch war, diese Eindrücke werden ihr auf jeden Fall noch länger im Gedächtnis bleiben. Schon allein wegen des Flecks auf ihrer Jeans, der nun wirklich eine etwas andere Erinnerung an diesen Tag ist.

 

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