#1 THOUGHTFUL THURSDAY: Wie geht’s dir?

Holt euch doch auch einen Tee oder Kaffee, so wie ich es hier getan habe, während ihr den ersten Thoughtful Thursday Blogpost lest. (c) C. W.
Holt euch doch auch einen Tee oder Kaffee, so wie ich es hier getan habe, während ihr den ersten Beitrag zum „Thoughtful Thursday“ lest.
Fotocredits: Clara W.

Wann ist es eigentlich passiert, dass der Satz „Wie geht es dir?“ zu einer Floskel ohne Bedeutung wurde oder überhaupt nicht mehr gesagt wird?

Diese Frage geistert bereits seit einigen Tagen, wahrscheinlich sogar Wochen in meinem Kopf herum. Aber aufgrund des Prüfungsstresses haben diese Gedanken erst jetzt ihren Weg auf’s Papier oder besser gesagt auf diesen Blog gefunden. (Und ja, es ist wieder einmal so eine Nachtaktion, in der ich das abtippe. Ich bin wohl zu später Stunde wirklich am kreativsten.)

Die meisten werfen die Frage „Wie geht es dir?“  nach ein „Hallo“ hinten dran, was dann zu einem Einheitsbrei „Ohhallowiegehtsdir“ wird. Von unserem Gegenüber erwarten wir so etwas wie „Ja gut und dir?“, worauf wir dann natürlich ebenfalls mit einem „ja ebenfalls“ und wenn wir besonders lustig drauf sind noch mit einem „Boah das Wetter heute ist aber echt mies.“ antworten. Kein Wort verlieren wir über den Streit, der uns heute Morgen so zu schaffen gemacht hat. Kein Wort über die Emotionen, die gerade überhand nehmen. Kein Wort zu unseren Gedanken, die uns bereits seit einigen Tagen nicht mehr loslassen. Kein Wort, das beschreibt, wie es uns wirklich geht. Denn, das macht man halt nicht. Es ist wie eine unausgesprochene Abmachung: Ich antworte oberflächlich. Du antwortest ebenfalls mit etwas Belanglosem. Und dann können wir weiter so tun, als ob unsere Leben perfekt und makellos seien. Und das sind sie natürlich auch. Natürlich.

So läuft das, denke ich, in den meisten Fällen ab. Und ich will mich hier jetzt sicher nicht heraus nehmen und auf andere mit dem Finger zeigen, denn ich mache es selbst und behaupte sogar diese „Einheitsbrei“-Floskel sehr gut zu beherrschen. Aber in vielen Fällen stelle ich diese Frage mit einem ehrlich verbundenen Interesse. Gerade bei Menschen, die mir wichtig sind, frage ich „Wie geht’s dir?“, weil ich einfach wirklich genau das und keine oberflächlichen „ja gut“ Antworten hören will.

Jede und jeder von uns hat viel um die Ohren und da kommt man nicht dazu sich jeden Tag zu sehen oder ausgiebige Telefonate zu führen und das ist ja auch nicht weiter schlimm. Aber wenn man sich dann endlich einmal wieder mehr Zeit für jemanden anderen nimmt, will man doch alles erfahren und so gut Bescheid wissen, sodass sich die Szenen vor dem inneren Auge abspielen lassen. Einfach so, als ob man dabei gewesen wäre. Das nennt sich in meiner Vorstellung Interesse. Und dieses ernsthafte und ehrliche Interesse an Menschen, an Freunden, Verwandten haben viele, glaube ich, verloren. Vielleicht sogar nie gehabt. Aber wenn dann jemand einmal wirklich Interesse zeigt und diese 4 Worte sagt, dann scheint es, als ob einige von uns so viel Redebedarf haben und ausschließlich mit sich selbst beschäftigt sind. Sie erzählen ellenlang von ihren Problemen und vergessen dabei allerdings ihrem Gegenüber, welches das gesamte Gespräch zugehört, nachgefragt und Tipps gegeben hat, eine einzige ernst gemeinte Frage ebenfalls zu stellen und zwar „Wie geht es dir?“.

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2 Kommentare zu „#1 THOUGHTFUL THURSDAY: Wie geht’s dir?

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